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OSTPOLITIKERINNEN

Der Dokumentarfilm begleitet sechs „Ostpolitikerinnen” unterschiedlicher Parteien und untersucht, wie sich die Erfahrung gesellschaftlicher Umbrüche auf ihre politische Arbeit auswirkt.

DIE UNFÄHIGKEIT DES BEISAMMENSEINS

Kurt wurde von seinen Eltern frühzeitig emotional vernachlässigt, seine Mutter nahm sich das Leben, da war er gerade mal sechs, sein Vater vergewaltigte ihn nachts und setzte ihn später auf die Straße. Es entwickelte sich eine sogenannte Boderline Störung – eine Spaltung der Persönlichkeit, wie ein Puzzle, welches nicht mehr zusammenzufügen geht. In den 70er Jahren der DDR wohnt er, der einundzwanzigjährige Kurt. Seine Halbschwester Paula besucht ihn seit einiger Zeit regelmäßig, davor hatten sie keinen Kontakt. So auch an jenem Tag, an dem sich im Leben beider durch ausgesprochene Wahrheiten über die Vergangenheit einiges ändern sollte. Um an einen Borderliner emotional ranzukommen, benötigt es eine Ebene, die schwer in Worte zu fassen ist. Zwischen den Beiden entsteht ein vierzig minütiges Kammerspiel, ausschließlich in Pauls Schlafzimmer, welches wie Ping-Pong aus Nähe und Distanz, Liebe und Hass, Zigarettenrauch und Alkohol, wechselt. “Zigarettenstummel”(AT) beschreibt eine Geschichte, wie sie im internationalen Film selten beschrieben wurde. Das Thema Borderline – von diesen Menschen grenzen wir uns lieber ab, also von ca. 2% der deutschen Bevölkerung – eine Menge. Das Thema Geschwisterliebe und Träume – mit solch einer Persönlichkeitsstörung nicht vereinbar. Ein Spiel mit dem Tod und der Hoffnung auf Leben.

Effigie – Das Gift und die Stadt

In Bremen geboren und aufgewachsen, war Gesche Gottfried eine der ersten jemals identifizierten weiblichen Serienmörderinnen. Zwischen 1813 und 1827 ermordete sie 15 Menschen mit Mäusegift – darunter ihre beiden Eltern, ihre drei Kinder, den Zwillingsbruder, drei Ehemänner, Freunde und Nachbarn. Weitere 20 Opfer überlebten. 1831 wurde sie im Alter von 46 Jahren hingerichtet. Gesche Gottfrieds undurchschaubare Motive sorgen immer wieder für Faszination in der deutschen Populärkultur, wo Gottfried und ihre Verbrechen Theaterstücke, Gedichte, Graphic Novels, Punkrock-Bands und sogar eine Oper inspiriert haben. Effigie folgt einer bisher unerforschten Interpretation der Mörderin und der Gesellschaft, in der sie lebte. Der Gesellschaft, die Gottfrieds Verbrechen so lange ignorierte. Unsere Recherchen legen nahe, dass Gesche an einer Ego-State-Störung litt – und wahrscheinlich am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Der Film versucht gleichwohl nicht, ihre Motive vollständig zu erklären, sondern stellt sie vielmehr als Mörderin dar, die keine Reue zeigt – fast wie eine weibliche Version von Hannibal Lecter.Ein weiteres zentrales Element ist Bremens Bourgeoisie, in deren Umgebung Gesche sich bewegte. Nach ihrer Verhaftung stellte sich heraus: viele Opfer hätten überleben können, wären Autopsien fachgerecht durchgeführt und Warnungen nicht zurückgewiesen worden. Neben den eigentlichen Mordfällen treiben Gier und politische Intrigen die Handlung von Effigie voran.

WIE RUSSISCH IST DER OSTEN?

Der Mordversuch an Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat eine Diskussion neu entfacht: Wie sollen wir umgehen mit Putins Russland? Wie sollen wir uns verhalten gegenüber einem zunehmend aggressiv agierenden Nachbarn im Osten? Soll die Ostseepipeline Nord-Stream 2 zu Ende gebaut werden? Während sich viele Bundespolitiker für eine härtere Gangart gegenüber Russland stark machen, plädieren führende ostdeutsche Politiker in parteiübergreifender Einheit für Nachsicht: Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, attackiert die USA für ihre „erpresserischen Sanktionsdrohungen“ und verbindet dies mit einem Seitenhieb: Der Fall Nawalny dürfe nicht von jenen ausgenutzt werden, die schon immer gegen Nord-Stream 2 gewesen seien. Von der Vergangenheit schlägt der Film einen Bogen in die Gegenwart. Immer wieder zeigt sich: Die persönlichen Erlebnisse bestimmen die politische Haltung der Ostdeutschen gegenüber Russland – oftmals bis heute.

FREUNDE SIND MEER (AT)

Sie sind Freunde seit der ersten Klasse: Pastorin Johanna, Bernsteinkünstlerin Jette, Pensionsinhaber Fabian und Handwerker Malte, sind gemeinsam in der DDR aufgewachsen. Vertrauen und Zusammenhalt stehen für sie seit ihrer Kindheit in Sepin an erster Stelle. Zusammen haben sie schöne wie schwierige Zeiten erlebt und ihre Probleme auf besondere Art zu lösen gewusst. Das hat sie über all die Jahre stark gemacht. Und wie es so ist: Manchmal kennen langjährige Freunde einen besser als man sich selbst.

DER USEDOM-KRIMI (XV) – Ungebetene Gäste

Es brennt auf Usedom: Karin Lossows Reetdachhaus steht in Flammen. Im letzten Moment kann sie sich mit Ellen Norgaards Hilfe aus dem Haus retten. Karin hat eine Rauchvergiftung erlitten und wird sofort ins Krankenhaus gebracht. In der Klinik freundet sie sich mit der ehemaligen Krankenschwester Saskia Bernard an, die von einem Auto angefahren und schwer verletzt wurde. Saskia war auf dem Weg zur Physiotherapie, als der Wagen sie erfasste. Die junge Frau erholt sich zwar schnell, doch an den Unfall erinnern kann sie sich nicht. Wagen und Fahrer sind spurlos verschwunden. Wer wollte Saskia umbringen? Und warum? Saskias Leben dreht sich vollständig um ihren Mann Kolja, der seit Jahren im Wachkoma liegt und den sie rund um die Uhr pflegt. Ein Motiv ist nicht erkennbar. Ellen und ihr Kollege Rainer Witt haben mit den Ermittlungen eine harte Nuss zu knacken und Karin kann es nicht lassen, eigenen Hinweisen zu folgen.

DER USEDOM-KRIMI (XVI) – Der lange Abschied

Ulf, Eva und Renate, alle in ihren Siebzigern, feiern ausgelassen während eines Camping-Trips in Polen. Am nächsten Tag wird Ulf, verwirrt und mitgenommen, von Jägern am Waldrand gefunden. Er glaubt, jemanden getötet zu haben, kann sich aber an nichts erinnern. Hilflos und verzweifelt wird er ins Krankenhaus eingeliefert und Polizeikommissar Lucjan Gadocha benachrichtigt. Bei einer Grenzkontrolle halten Holm Brendel und Dorit Martens Evas Camper an, der Feuer fängt und explodiert. Holm und Dorit vermuten, dass die drei Benzin schmuggeln, um die knappe Kasse aufzubessern. Sie lassen den Wagen überprüfen. Da wird Renates Leiche im Wald gefunden. Zur gleichen Zeit kümmert sich Karin Lossow um Ellen Noorgards Sohn, während Ellen sich überwindet und ihre Mutter Patrizia im Gefängnis besucht. Seit dem Brand ihres Hauses fühlt Karin sich einsam. Zwar ist sie bei ihrem Neffen Rainer Witt vorläufig untergekommen, wirklich willkommen fühlt sie sich nicht.

DEINE SCHÖNE HÖLLE (AT)

Eine Amour fou mit tragischen Konsequenzen. Die Geschichte zweier Menschen, die sich besser nie begegnet wären. Eine Narzisstin mit psychopathischen Tendenzen trifft auf einen männlichen Suchtcharakter der zu ihrem Co-Abhängigen wird, der sich bis zum bitteren Ende sämtlicher Erkenntnis innerhalb des Beziehungsverlauf beharrlich verweigert.

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