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Neubrandenburg

Haus der Kultur und Bildung HKB

Das Haus der Kultur und Bildung (HKB) ist ein kulturelles Veranstaltungszentrum in Neubrandenburg. Der im Zentrum der Stadt nördlich des Marktplatzes gelegene Gebäudekomplex gilt als bedeutendes Zeugnis der Architektur der 1960er Jahre in der DDR und ist für Mecklenburg-Vorpommern einzigartig. Das im Volksmund als „Kulturfinger“ bezeichnete Hochhaus an der Südseite des Komplexes gehört zu den das Stadtbild prägenden Bauten.

Kapelle Sankt Georg

Vor den Toren der Stadt existierten im Mittelalter drei Kapellen. Alle drei waren den Zufahrtsstraßen zugeordnet. An der ehemaligen Strelitzer Landstraße stand die Gertruden-Kapelle und vor dem Neuen Tor die Catharinen-Kapelle. Sie boten Reisenden und Pilgern vor allem nach Schließung der Stadttore Verpflegung und Quartier. Beide Kapellen hat Tilly bei der Belagerung und Erstürmung Neubrandenburgs im Jahre 1631 zerstört.Die Wirren der Zeit hat nur die nach dem Schutzpatron der Kreuzfahrer benannte Kapelle St. Georg überlebt. Der heilige Georg, Drachentöter und Beschützer der Kranken und Elenden, genoss in der Zeit der Kreuzfahrten hohe Verehrung. Die kleine frühgotische Backsteinkapelle vor dem Treptower Tor wurde 1308 erstmals urkundlich erwähnt. Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten war St. Georg eine Spitalkapelle. Um die Georgskapelle herum bestand eine kleine Dorfstelle mit einem Friedhof. In der Kapelle und in den in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen mittelalterlichen Gebäuden fanden oft die mit Aussatz zurückgekehrten Pilger wie auch später die Pestkranken Aufnahme und Pflege. Die geistliche Betreuung der hier angesiedelten kranken Menschen hatten die Mönche des nahegelegenen Prämonstratenserklosters Broda übernommen. Eine Sonnenuhr (ein kleiner Kreis in einem Mauerstein) an der Westseite der Kapelle, rechts neben dem Eingang, etwa in Augenhöhe, erinnert noch heute an die Einhaltung bestimmter Betstunden. Dazu steckte der Prediger einen dünnen Stab in den Mittelpunkt des Kreises und konnte so anhand des Schattens die Zeit bestimmen. Ab dem 18. Jahrhundert wurden die umgebenden Häuschen der Kirche als Hospital für ältere Bürger der Stadt genutzt. Heute sind sie Hotel und Gaststätte. In jüngerer Zeit wurde die Kapelle zwar mehrmals renoviert, blieb aber mehrere Jahre aufgrund ihres schlechten Zustandes geschlossen. Im Jahre 1994, nach Abschluss der letzten Sanierung, wurde die Georg-Kapelle der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Heute finden in dem Bauwerk u. a. Gottesdienste, kleinere Musikveranstaltungen und Gesprächsrunden statt. Sakrale Kunst aus diesem Gotteshaus können Sie auch in der Johanniskirche, z. B. den gotischen Altaraufsatz, der an den Dienst der Mönche erinnert, sowie im Regionalmuseum (Ausstellung zur Stadtgeschichte) besichtigen. Seit neuestem ist die Kapelle auch beliebter Ort für Eheschließungen in stilvoller Atmosphäre.ObjektgeschichteRund einen halben Kilometer westlich vor der Stadt befindet sich St. Georg, eine kleine Kapelle mit einer Gruppe neuzeitlicher Häuser. Hier, auf einer Sandinsel, umgeben von feuchten Niederungen, entstand zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Sichtweite zum Treptower Tor eine kleine Hospitalkapelle, sicherlich auch bereits mit funktional bedingten Nebengebäuden.Als Namensgeber fungierte der heilige Georg, einer der 14 Nothelfer, der als Schutzheiliger gegen Fieber, Hautkrankheiten, Syphilis, Pest und die Versuchung galt und für den Schutz von Bauern, Rittern, Soldaten und Wanderern zuständig war. Im Mittelalter, insbesondere zur Zeit der Kreuzzüge, entstanden bei vielen Städten derartige Hospitäler und Kapellen, neben der normalen Beherbergung auch zur Aufnahme von Trägern ansteckender Krankheiten, die Teilnehmer der Kreuzzüge nach Europa einschleppten. Die geläufige Bezeichnung Leprosarium oder Leprosenhaus bezeichnet deutlich neben der isolierten Lage vor der Stadt auch diese Funktion. Später werden sicher auch Pestkranke dort Aufnahme gefunden haben.Zwei weitere Kapellen vor den Toren der Stadt, die Gertraudenkapelle vor dem Stargarder und die Katharinenkapelle vor dem Neuen Tor wurden im 30jährigen Krieg zerstört. Die erste urkundliche Erwähnung fand St. Georg im Jahre 1308, als das benachbarte Prämonstratenserkloster Broda, im Gegenzug für die Stellung eines Priesters für die hiesige Kapelle den Aalfang am Ausfluss des Tollensesees erhielt. Im Umfeld der Kapelle befand sich der Friedhof mit zahlreichen mittelalterlichen Bestattungen.In nachmittelalterlicher Zeit fungierte sie als Hospital. “Dieses Corpus pium ist von den löblichen Vorfahren für alte abgelebte Bürger und ehrliche Matronen, so der Gottesfurcht und aller Ehrsamkeit ergeben, gestiftet und haben diejenigen, so sich hierinn begeben wollen, vorher bey den Oeconomis und bey dem Oberhaupt der Geistlichkeit sich müssen angeben, und ein gewisses zum Einkauf nach eines jeden Vermögen zum allgemeinen Besten des Stifts und der Kirche erlegen, dabey eine Antritts-Mahlzeit sämtlichen Einwohnern des St. Jürgens auszurichten, und wenn ein Mitglied desselben gestorben, ist sein Vermögen der Stiftung zugefallen (Hacke, S. 24-25).“ Dafür gab es von der Kirchen-Ökonomie zum gemeinschaftlichen Verbrauch jährliche Zuteilungen an Korn, 2 fette Schweine, eine Tonne Butter, einen Zentner Speck, Holzgeld und alle vier Wochen ein „groß Viertel Bier“. Mit den Wirren des 30jährigen Krieges und dem nachfolgenden Konkurs der Stadt brach dieses Versorgungssystem zusammen und die Häuser wie auch die Kapelle verfielen. Erst im 18. Jh. wurden Kapelle und Häuser wiederhergestellt. In der jüngsten Zeit verlor St. Georg durch das Wachstum der Stadt in Richtung Westen weitgehend seine isolierte Insellage. Die Häuser dienten nach der Auflösung des Bürgerhospitalvereins normalen Wohnzwecken.Die Kapelle entstand zu Beginn des 14. Jahrhunderts als frühgotischer ungewölbter Backsteinbau mit rechteckigem Grundriss von 5,70×10,90 m. Das abgewalmte Dach ist von einem quadratischen Dachreiter in Fachwerk mit einer Rokoko-Laterne als Turmspitze gekrönt. Bereits zur Mitte des 17. Jahrhunderts hatte die Kapelle nachweislich einen hölzernen Turm, die jetzige Form stammt jedoch wahrscheinlich von einer Restaurierung im Jahr 1770. 1994 musste jedoch der baufällige Dachturm der Kapelle durch einen Nachbau ersetzt werden. Damals wurde auch das Innere instand gesetzt.Die Außenwände der Kapelle sind in der Horizontalen dreifach gegliedert. Auf einem Feldsteinsockel folgt eine Rollschicht und die Sockelhohlkehle. Ungefähr einen Meter darüber verläuft unterhalb der Fenster ein doppeltes Deutsches Band, d.h. zwei Lagen übereckgestellter normalformatiger Backsteine. Über den Fenstern und Blendnischen folgt ein vier Schichten hoher Fries aus Vierpässen. Gleichgeartete Friese umrahmen rechteckig als interessantes Architekturdetail auch das West- und das Nordportal. Derartige Gestaltungselemente sind typisch für die Kreuzfahrerzeit und zeigen stilistisch die Einflüsse der islamischen Baukultur auf die europäische Gotik, tradiert aus dem Orient oder dem maurischen Spanien. Über dem Fries befindet sich das mehrfach profilierte Traufgesims, welches jedoch nachmittelalterlich zu sein scheint.In der Senkrechten sind die Fassaden durch spitzbogige Fenster und Blendnischen gegliedert. An der Südseite liegen vier, an der Ostseite zwei Fenster mit jeweils zweigeteiltem Maßwerk. An der Nordseite finden sich drei Fenster und zwei zweigeteilte Blendnischen mit Kreis im oberen Spitzbogen. An der Südseite sind zwei Fenster und drei gleichartige Blendnischen angeordnet, von denen die mittlere etwas angehoben ist. Darunter ist eine Segmentbogennische, die ursprünglich eine bildliche Darstellung, sicherlich ein Georgsbildnis, beinhaltete. Die Westseite weist in zwei Blendnischen kleine spitzbogige Fenster auf.Die beiden Portale an der West- und der Nordseite sind mit Hohlkehlen und Rundstäben mehrfach abgetreppt profiliert und jeweils, wie bereits erwähnt, mit rechteckig geführten Vierpassfriesen gerahmt. Das Nordportal ist aus funktionalen Gründen vermauert. Der Dachstuhl ist als Kehlbalkenstuhl ausgebildet und offensichtlich neuzeitlich, eventuell unter Verwendung einiger älterer Bauteile. Im Dachreiter befindet sich eine kleine Bronzeglocke aus dem Jahre 1882. Eine zweite Glocke, die im Inventar von 1929 noch erwähnt wird, ist leider verschwunden.Das Innere der Kapelle stellt sich als relativ schlicht gehaltener Saal dar. Die Wände sind durch breite Spitzbogennischen gegliedert. Die Empore im Westen stammt aus neuer Zeit.In der nordöstlichen Ecke befindet sich ein in den Wandpfeiler eingelassener Hostienschrein aus Eichenholz mit eisernen Beschlägen. Darüber sind bei einer kürzlichen Restaurierung Fragmente von Psalmen zutage getreten, die offenbar aus nachreformatorischer Zeit stammen.Ähnliche Schriftzeichen schimmern durch den Anstrich im Bogen an der Außenseite des Nordportals.Im Inneren befindet sich, aufgehängt an einem der Nordfenster, das Detail eines Bleiglasfensters mit einem Jesusbildnis und der Signatur „Michel Lemke Anno 1647“, das sich ursprünglich im rechten Fenster an der Westseite befand.Von den historischen Ausstattungsstücken ist in der Kapelle ansonsten nichts mehr vorhanden. Der Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert ist jetzt im Nebenschiff der St. Johanniskirche zu sehen. Zwei Holzschnitzfiguren aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert mit Darstellungen des Heiligen Georg befinden sich im Regionalmuseum. Von dem Grab Christi ist lediglich der corpus erhalten, der in den Gemeinderäumen bei der Johanniskirche aufbewahrt wird. Es wäre wünschenswert, auch diesen wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Trümmerinsel Tollensesee

1942 errichteten Zwangsarbeiter im See eine künstliche Insel samt großem Gebäude für eine Torpedoversuchsanstalt (TVA). Von dieser aus konnten sowohl Unterwasser- als auch Überwasser-Torpedos für Tests abgeschossen werden. Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde die TVA mehrfach gesprengt. Übrig geblieben ist eine zugewachsene Doppelinsel, die heute als Trümmerinsel bezeichnet wird. Boote, Plattformen und dazugehöriges Material wurden auf Befehl zum Ende des Krieges im See versenkt und befinden sich noch Heute dort.

Hotel Horizont

Das Hotel ist im DDR- Baustil 1970 errichtet worden. Es liegt in Weitin, dem westlichen Ortsteil der Stadt Neubrandenburg und ist nur 3 Autominuten vom herrlich gelegenen Tollensesee oder dem Stadtzentrum entfernt.

Belvedere

An der Stelle im Brodaer Holz, an der das romantische Belvedere steht, können Sie einen einzigartigen weitschweifenden Rundblick auf die eichenumkränzte Innenstadt sowie den glitzernden langgestreckten Tollensesee mit seinen bewaldeten Höhen genießen. Als sich Herzog Adolf Friedrich IV. 1775 in Neubrandenburg seine Sommerresidenz bauen ließ, entstand in seinem Auftrag am außergewöhnlich schönen Westufer des Tollensesees ein kleines Tee- bzw. Sommerhaus (Belvedere). Belvedere – HerbststimmungDoch der alte Bau ist längst verschwunden. Das Sommerhaus wurde 1794 nach dem Tode von Adolf Friedrich IV. abgebrochen und auf Initiative eines Privatmannes in der Neubrandenburger Innenstadt als Gaststätte „Tivoli“ wieder aufgebaut. Dieses Gasthaus brannte in den letzten Kriegstagen 1945 nieder. Am Standort des alten Belvedere ließ 1823 die Frau des neuen Landesherrn, Großherzogin Marie, wieder ein Tee- bzw. Sommerhaus bauen. Das massive Gebäude wurde nach Plänen des Architekten Friedrich Wilhelm Buttel in Form eines griechischen Tempels errichtet. Es befanden sich damals ein großer Raum mit reich verzierter Stuckdecke und einem Kamin, eine kleine Küche und eine Kammer darin. Eine an der Südseite angebrachte Gedenktafel erinnert heute an die Großherzogin. Das Sommerhäuschen wurde nach der Novemberrevolution 1918 nicht mehr genutzt und verlor seinen Zweck. Nach einem Ideenprojekt von Heinrich Tessenow (er baute auch die „Alte Wache“ in Berlin zur Gedächtnishalle um) wurde das klassizistische Gebäude als Landesdenkmal für die im 1. Weltkrieg Gefallenen aus Mecklenburg-Strelitz umgestaltet. Tessenow ließ es nach allen Seiten öffnen sowie in der Mitte des Fußbodens ein großes eisernes Kreuz einarbeiten. Auch das Umfeld des Tempels erhielt durch Tessenow ein neues Gesicht. Er schuf hier eine fast überdimensionale Platzanlage mit wuchtigen Treppen, wo später SA und Hitlerjugend ihre Märsche abhielten. Nach dem 2. Weltkrieg war das Belvedere dem Verfall preisgegeben. Ende der 70er Jahre gab es seitens der Stadt den Vorschlag, das Gebäude in eine Kulturstätte mit einer großen Freilichtbühne umzufunktionieren. Es wurde zwar mit den Umbauarbeiten begonnen, aber aus Geldmangel mussten die Arbeiten unvollendet eingestellt werden. 1995 wurde das Belvedere als offener Tempel restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist das einzige erhaltene klassizistische Bauwerk Buttels und das einzige Denkmal dieser Art in der Region um Neubrandenburg. Nach der Ersteigung der romantischen Steintreppe, die steil zum Tempel hinaufführt, lädt Sie dieser schöne Ort zum Verweilen ein. Zum Schönsten, was die nähere Umgebung zu bieten hat, gehört wohl der überraschend einmalige Ausblick – Sie können die reizvolle Gegend rings um den See wie aus der Vogelschau erleben. Inzwischen finden hier Kulturveranstaltungen verschiedener Art, wie z. B. Konzerte, Tanz- und Theateraufführungen statt, die viele Besucher begeistern.

Strand-Tollensesee

Der Tollensesee befindet sich zwischen Neubrandenburg im Norden und dem See Lieps im Süden. Die größte Tiefe des Tollensesees beträgt ca. 31,2 m. Der Ölmühlenbach, bis vor einigen Jahrzehnten ein weiterer Abfluss, zweigt seit der Verlegung vom Oberbach ab. Beide Bäche vereinigen sich nach ca. 1,6 Kilometern und bilden ab hier die Tollense. Die Inseln im Tollensesee sind zum Einen die „Fischerinsel“ im äußersten Südwesten vor Wustrow und die zum Anderen die künstliche „Trümmerinsel“ vor Neubrandenburg.Im nördlichen Bereich des Tollensesees befinden sich große Standbäder und Wassersportzentren mit Yachthäfen, Segel-, Ruder- und Kanusportvereinen. Der angrenzende Kulturpark trennt den See von der bebauten Fläche Neubrandenburgs.Um Tollensesee und Lieps führt ein ausgebauter, ca. 35 km langer Fahrradrundweg. Im Brodaer Holz, am westlichen Ufer befindet sich der Campingplatz „Gatsch Eck“.Fahrgastschiffe befahren den See linienmäßig und zu Rundfahrten. Schiffsanlegestellen gibt es in Neubrandenburg, Klein Nemerow, Nonnenhof, Gatsch Eck und in Prillwitz an der Lieps.Der gesamte See und die angrenzenden Wälder gehören zum 10.440 ha großen Landschaftsschutzgebiet Tollensebecken.

Stadtmauer Neubrandenburg

Nach der Stadtgründung im Jahr 1248 waren die Neubrandenburger bemüht, ihre Stadt in einen guten Verteidigungszustand zu versetzen. Um sich vor kriegerischen Angriffen zu schützen, wurde ein hölzerner Palisadenzaun errichtet. Mit dem wirtschaftlichen Erstarken der Stadt ab 1300 ging man dann dazu über, im Schutze des Zaunes einen steinernen Befestigungsgürtel zu bauen. Das imposante Bauwerk bot einen wirksamen Schutz gegen Eindringlinge.Die Stadtmauer, heute noch nahezu vollständig erhalten, umschließt in ihrer Gesamtlänge von 2,3 Kilometer und mit einer Höhe von bis zu 7,50 Meter fast kreisförmig den gesamten Stadtkern. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war dieser Mauerring vollständig geschlossen. Die einzigen Zugänge in die Stadt bildeten die vier Tore. Erst als Neubrandenburg 1864 einen Eisenbahnanschluss bekam, öffnete man die Stadtmauer in Höhe des Bahnhofs. Im Volksmund wurde dieser Durchbruch „Eisenbahntor“ genannt. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurden dann weitere Durchgänge zum Wall geschaffen.Eine Besonderheit der Neubrandenburger Stadtmauer sind ihre Wiekhäuser, die wie Schwalbennester an der Stadtmauer kleben. Im Zuge der Errichtung der Stadtmauer zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden insgesamt 57 Wiekhäuser im Abstand von circa 30 Metern in die Befestigungsanlage eingebaut. Sie dienten in Kriegszeiten als Kampfhäuser. Als rechteckige Mauervorsprünge boten sie die Möglichkeit, den anstürmenden Feind bereits vor der Mauer abzuwehren. Da sie die Stadtmauer beträchtlich überragten, galten sie auch als Beobachtungstürme. Einige hatten ein Dach, andere eine offene Plattform mit Zinnen. In ihrer ersten Form waren sie nach der Stadtseite hin offen. Damals verfügten die Wiekhäuser über bis zu vier Etagen. Durch die Schießscharten in den Geschossen konnte der angreifende Gegner aus sicherer Deckung bekämpft werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und mit weiterentwickelter Kriegstechnik hatte die Wehranlage ihre Wirksamkeit verloren und Neubrandenburg gab seinen Festungscharakter auf. In einem Teil der Wiekhäuser fanden die Armen der Stadt Unterkunft. Einige der Häuser waren noch bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts bewohnt. 25 Wiekhäuser hat die Stadt bisher wiedererrichtet, davon 23 in der alten Fachwerkbauweise und zwei als historische Wehrtürme. Heute beherbergen sie u. a. öffentliche Einrichtungen, Vereine, künstlerische Werkstätten, Gaststätten, Kneipen und kleine Geschäfte.

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