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Stadtmauer Neubrandenburg

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Nach der Stadtgründung im Jahr 1248 waren die Neubrandenburger bemüht, ihre Stadt in einen guten Verteidigungszustand zu versetzen. Um sich vor kriegerischen Angriffen zu schützen, wurde ein hölzerner Palisadenzaun errichtet. Mit dem wirtschaftlichen Erstarken der Stadt ab 1300 ging man dann dazu über, im Schutze des Zaunes einen steinernen Befestigungsgürtel zu bauen. Das imposante Bauwerk bot einen wirksamen Schutz gegen Eindringlinge.Die Stadtmauer, heute noch nahezu vollständig erhalten, umschließt in ihrer Gesamtlänge von 2,3 Kilometer und mit einer Höhe von bis zu 7,50 Meter fast kreisförmig den gesamten Stadtkern. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war dieser Mauerring vollständig geschlossen. Die einzigen Zugänge in die Stadt bildeten die vier Tore. Erst als Neubrandenburg 1864 einen Eisenbahnanschluss bekam, öffnete man die Stadtmauer in Höhe des Bahnhofs. Im Volksmund wurde dieser Durchbruch „Eisenbahntor“ genannt. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurden dann weitere Durchgänge zum Wall geschaffen.Eine Besonderheit der Neubrandenburger Stadtmauer sind ihre Wiekhäuser, die wie Schwalbennester an der Stadtmauer kleben. Im Zuge der Errichtung der Stadtmauer zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden insgesamt 57 Wiekhäuser im Abstand von circa 30 Metern in die Befestigungsanlage eingebaut. Sie dienten in Kriegszeiten als Kampfhäuser. Als rechteckige Mauervorsprünge boten sie die Möglichkeit, den anstürmenden Feind bereits vor der Mauer abzuwehren. Da sie die Stadtmauer beträchtlich überragten, galten sie auch als Beobachtungstürme. Einige hatten ein Dach, andere eine offene Plattform mit Zinnen. In ihrer ersten Form waren sie nach der Stadtseite hin offen. Damals verfügten die Wiekhäuser über bis zu vier Etagen. Durch die Schießscharten in den Geschossen konnte der angreifende Gegner aus sicherer Deckung bekämpft werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und mit weiterentwickelter Kriegstechnik hatte die Wehranlage ihre Wirksamkeit verloren und Neubrandenburg gab seinen Festungscharakter auf. In einem Teil der Wiekhäuser fanden die Armen der Stadt Unterkunft. Einige der Häuser waren noch bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts bewohnt. 25 Wiekhäuser hat die Stadt bisher wiedererrichtet, davon 23 in der alten Fachwerkbauweise und zwei als historische Wehrtürme. Heute beherbergen sie u. a. öffentliche Einrichtungen, Vereine, künstlerische Werkstätten, Gaststätten, Kneipen und kleine Geschäfte.



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