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MV Filmförderung.
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Dokumentarfilm

MARITIMES ERBE (AT)

Über Jahrhunderte hat das maritime Erbe Region und Bewohnern ihre Identität gegeben. Doch diese Kulturen befinden sich im Wandel: Maritime Bauwerke und Objekte, Seemannsgarn und besondere Rituale, Tätigkeiten und Kompetenzen, Ereignisse und Traditionen verändern sich im anbrechenden 21. Jahrhundert. – Europas maritimes Erbe steht an einem Wendepunkt. Diesen wind of change spürt die Reihe an Küstenabschnitten in der Bretagne, Südwales, Norwegen, Ligurien, Galicien und an der Ostsee nach.

NEULAND

Die Vorpommersche Gemeinde Loitz ist einer der Verliererorte der neuen Bundesländer-ein Zustand,dem sich hauptsächlich Zugezogene in den Weg stellen. Durch die Augen einer Stralsunder Friseurin, der Loitzer Bürgermeisterin aus Verchen und diverser Berliner Raumpionier*innen zeigt NEULAND das Kosmopolitische im Mikrokosmos. Hier prallen ländliche Starrköpfigkeit und weltoffene Kaltschnäuzigkeit aufeinander- in einer Ode darauf, wie egal es doch ist, von wo du kommst.

STILLER SOMMER

In Freiheit und Gemeinschaft dem Alltag entfliehen und Utopien leben – darin versteckt sich für viele Veranstalter*innen und Besucher*innen gleichermaßen das Geheimnis der Musikfestivals, die Mecklenburg-Vorpommern jeden Sommer zum Pilgerort zehntausender Menschen machen. Doch statt Freiheit, Gemeinschaft und Utopie gibt es in diesem Festivalsommer nur eins: Stille.

Tall Girls

Tall Girls – eins davon bin ich. Ich bin Filmemacherin und 1,86m groß. Fünf Jahre habe ich gebraucht, um diesen Film wirklich zu machen. Warum? Weil ich – wie alle großen Frauen bisher nicht gern darüber geredet habe, wie es sich wirklich anfühlt, so groß zu sein.Mit diesem Film gehen wir an die Öffentlichkeit. Das Leben ab 1,85 ist anders. Egal, ob Du Model bist, Basketballerin oder ein völlig normales Leben führst. Hier oben gelten andere Regeln. Tiiu und Michelle sind Top-Models und zu groß für ihren Job. Arianne hat eine Mutter, die ihre Größe nicht mag. Sarah lässt sich operieren, um nicht 1,90m zu werden, Lea nimmt Hormone, die für Kinder nicht zugelassen sind. Lisa ist zwei Meter groß und könnte ein Basketball-Star werden, wenn sie sich sehr anstrengt. Aber sie möchte lieber ein richtiges Mädchen sein.Das Internet ist voll von Mädchen, die an ihrem Wachstum verzweifeln und bereit sind, alles zu tun, damit es endlich aufhört. Jeder Kinderarzt hat heutzutage eine Größentabelle an der Wand hängen, an der man von klein auf erkennen kann, ob man normal ist oder nicht.Aber was ist eigentlich normal? Jede Norm ist ein Durchschnittswert aus vielen Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man dieser Norm exakt entspricht, ist sehr gering. Trotzdem wachsen wir in einer Gesellschaft auf, in der uns vielfach über unsere Familie und unser Umfeld sehr deutlich vermittelt wird, ob wir reinpassen oder nicht. Besonders als Mädchen. Groß, laut und selbstbewusst – besser nicht.Dabei werden wir oft das, was andere in unseren Körpern sehen. Tiiu, Michelle, Arianne, Sarah, Lea und Lisa zeigen in diesem Film, wie sie leben, was sie fühlen und wie sie mit ihrer Größe umgehen. Und was ihre Größe aus ihnen gemacht hat.Manchmal ist es zum Weinen, oft zum Lachen, vor allen Dingen aber verliebt man sich in diese Tall Girls, die ganz offen zeigen, wie schwer und gleichzeitig befreiend es sein kann, neben der Norm zu leben.Quelle: http://tallgirls-thefilm.com

Revision

Ein Dokumentarfilm wird zur filmischen REVISION. Er rekonstruiert die Umstände, die 1992 zum Tod zweier Männer auf einem Feld nahe der deutsch-polnischen Grenze führten. Mit zunehmend beklemmender Dichte webt Scheffner ein Netz aus Landschaft und Erinnerung, Zeugenaussagen, Akten und Ermittlungen.Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die EU-Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Diese geben an, die Menschen mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Vier Jahre später beginnt der Prozess. Welcher der Jäger den tödlichen Schuss abgegeben hat, lässt sich nie beweisen. Das Urteil: Freispruch. dpa meldet: „Aus Rumänien ist niemand zur Urteilsverkündung angereist.“In den Akten stehen die Namen und Adressen von Grigore Velcu und Eudache Calderar. Ihre Familien wussten nicht, dass jemals ein Prozess stattgefunden hat.Mit REVISION wird ein juristisch abgeschlossener Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen, die Orte, Personen und Erinnerungen miteinander verknüpft und ein fragiles Geflecht aus Versionen und Perspektiven einer „europäischen Geschichte“ ergibt.

Heino Jaeger – Look before you kuck

Der Maler und Kabarettist Heino Jaeger war einst ein gefeierter Radio-Star. Die Rundfunk-aufnahmen „Fragen Sie Dr. Jaeger“ erreichten in den 1970er Jahren Kultstatus. Dennoch scheint ihm diese Radio-Popularität als Maler „verletzt“ zu haben. Nach zehn Jahren brach er seine Rundfunkarbeiten abrupt ab. Er verfällt dem Alkohol. Behaftet mit einem erheblichen Kriegstrauma, einer anarchisch anmutenden Verrücktheit, aber fernab von exzentrischer Künstlerattitüde, verstarb Heino Jaeger 1997 gerade einmal 59-jährig in einem psychiatrischen Pflegeheim in Bad Oldesloe. Seine letzten zwölf Lebensjahre verbrachte er dort, alkoholkrank in schizoider Dämmerung.Als Maler hinterließ er Bilder, die sich jedem -Ismus verweigern. Bestechend genau und mit einer doppelbödigen Ironie. Es ist zumeist eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem deutschen Wesenszustand. Bilder die präzise, boshaft und skurril sind.Sein provokantes Spiel mit Nazisymbolik hat sein Publikum verstört. So etwas wollte sich niemand an die Wand hängen.Der Film nimmt die entstandenen Materialien Heino Jaegers auf (Bilder, Zeichnungen, Fotos, Filmmaterial, trifft auf Menschen und Orte), um so sein Leben in einem „properen“ Westdeutschland zu erzählen, an dem er zerbrach. Ein Film über einen Künstler, durch den die deutsche Geschichte wie in einem Brennglas fokussiert ist. Ein Krieg ist vorbei, aber niemals bewältigt.

Fallwurf Böhme – Die wundersamen Wege eines Linkshänders

Der Auf- und Abstieg des charismatischen Handballers Wolfgang Böhme, der als Kapitän der Nationalmannschaft der DDR um das Olympiagold betrogen wurde. Die Karriere eines Kaderathleten, der sein privilegiertes Ledben in vollen Zügen genießt und plötzlich erleben muss, wie ein kontrollwütiger Staat ihn durch Ausgrenzung und Demütigung kalt zu stellen versucht. Mit Hilfe seines Zwillingsbruders Matthias und der selbstlosen Unterstützung des älteren Bruders Hans- Werner gelingt es, die Perfide der Zerstörungspläne zu überwinden. Siege und Niederlagen als Metapher in der Systemauseinandersetzung der beiden Staaten. Brüderlicher Beistand und Unbeugsamket als Hohelied auf die Verteidigung von menschlicher Individualität und Würde.

Der große Irrtum

Ein Kameramann stößt bei der Suche nach einem neuen Filmprojekt auf eine eigenartige Sichtweise:Auf den „Marktwert des Menschen“. Neugierig folgt er dem Dilemma von drei Frauen, deren„Marktwert“ gering ist. Sowie zwei Politikern, die durch die bürokratischen Mühlen hindurch nachpragmatischen Lösungen suchen. Der Kameramann glaubt hierin eine Vision zu entdecken, welchedie Gesellschaft verändern könnte. Doch längst ist aus ihm selbst ein Betroffener geworden, dereinem großen Lebensirrtum auf die Spur kommt… Ein filmischer Reisebrief durch fünf JahreDeutschland, gerichtet an die eigenen Kinder, wenn sie erwachsen sind.

Wadans Welt – Von der Würde der Arbeit

Wismar, 120 km östlich von Hamburg, 45.000 Einwohner, das Einkommen jeder dritten Familie hängt von der Wadan Werft, dem einzigen Großbetrieb in der Region ab. Im August 2008 übernimmt ein russischer Investor den Traditionsbetrieb, die Zukunft der Werft scheint gesichert. Kurz danach trifft die Finanz- und Wirtschaftskrise, irgendwo im fernen Amerika begonnen, die alte Hansestadt mitten ins Herz, 5.000 Arbeitsplätze sind bedroht.Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Wir begleiten eine Gruppe von Schweißern durch die turbulenten Monate und erfahren ganz unmittelbar, dass der Verlust des Arbeitsplatzes viel mehr bedeutet als Einkommensverlust. „Zum Schiffbauer musst man geboren sein“, sagt einer der Protagonisten und trifft das, was in der Region seit Jahrzehnten gilt: Schiffbauer ist ein stolzer Beruf, der oft über Generationen weiter gegeben wird, er hat mit Würde und Qualität zu tun und prägt die Identität der ganzen Küstenregion.“Wir begleiten die Arbeiter, die Eigner und den Insolvenzverwalter beim Ringen um den Erhalt der Werft, erleben deren Auf und Ab zwischen Ohnmacht, Wut, Trauer und Hoffnung. 18 Monate Drehzeit, 120 Stunden Material, in denen die persönlichen Erschütterungen einer für viele abstrakt gebliebenen Krise erlebbar werden. Die Wadan-Werft geht unter und wird mit neuem Besitzer und Namen wieder aufgemacht. Einige unserer Protagonisten kommen zurück in ihren Betrieb, allerdings zu deutlich schlechteren Bedingungen. Wir waren bei der letzten Schicht vor der Insolvenz dabei und bei der ersten nach dem Neubeginn.“ (D. Schumann)Der Film geht dem nach, was diese Krise hinterlässt. Der Verlust trifft das Wertgefüge, teilt Menschen in scheinbar Überlegene und Verlierer, in Menschen mit Arbeit und in Menschen ohne Arbeit. „Alles ist anders“, sagt einer von ihnen und meint das Gefühl in seiner Brust.© gebrüder beetz filmproduktion

Mecklenburg- so fern – so nah

Der Sohn des Autors verlässt Mecklenburg, um im Ausland zu studieren.Er ist froh, das – in seinen Augen – verschlafene Land zu verlassen.In E-Mails aus London und Amsterdam schildert er seine Begegnungenmit jungen Leuten aus aller Welt und seine Erfahrungen mit der Suchenach einem Job. Unterdessen ist der Vater mit Kamera und Mikrofonin der Heimat auf der Suche nach seinen Wurzeln in Mecklenburg. InBegegnungen mit seinen Mecklenburger Nachbarn werden Lebenschancenund Konflikte in einem Land offenbart, das sich im Umbruchbefindet. Ein sehr persönlicher Film über Mecklenburg, vom Fortgehenund Wiederkehren – eine Liebeserklärung an ein Land, das immernoch durch seine Ursprünglichkeit und Weite fasziniert. (Filminfo der Basthorster Filmmanufaktur, Dieter Schumann)

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