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Dokumentarfilm

Fallwurf Böhme – Die wundersamen Wege eines Linkshänders

Der Auf- und Abstieg des charismatischen Handballers Wolfgang Böhme, der als Kapitän der Nationalmannschaft der DDR um das Olympiagold betrogen wurde. Die Karriere eines Kaderathleten, der sein privilegiertes Ledben in vollen Zügen genießt und plötzlich erleben muss, wie ein kontrollwütiger Staat ihn durch Ausgrenzung und Demütigung kalt zu stellen versucht. Mit Hilfe seines Zwillingsbruders Matthias und der selbstlosen Unterstützung des älteren Bruders Hans- Werner gelingt es, die Perfide der Zerstörungspläne zu überwinden. Siege und Niederlagen als Metapher in der Systemauseinandersetzung der beiden Staaten. Brüderlicher Beistand und Unbeugsamket als Hohelied auf die Verteidigung von menschlicher Individualität und Würde.

Wadans Welt – Von der Würde der Arbeit

Wismar, 120 km östlich von Hamburg, 45.000 Einwohner, das Einkommen jeder dritten Familie hängt von der Wadan Werft, dem einzigen Großbetrieb in der Region ab. Im August 2008 übernimmt ein russischer Investor den Traditionsbetrieb, die Zukunft der Werft scheint gesichert. Kurz danach trifft die Finanz- und Wirtschaftskrise, irgendwo im fernen Amerika begonnen, die alte Hansestadt mitten ins Herz, 5.000 Arbeitsplätze sind bedroht.Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Wir begleiten eine Gruppe von Schweißern durch die turbulenten Monate und erfahren ganz unmittelbar, dass der Verlust des Arbeitsplatzes viel mehr bedeutet als Einkommensverlust. „Zum Schiffbauer musst man geboren sein“, sagt einer der Protagonisten und trifft das, was in der Region seit Jahrzehnten gilt: Schiffbauer ist ein stolzer Beruf, der oft über Generationen weiter gegeben wird, er hat mit Würde und Qualität zu tun und prägt die Identität der ganzen Küstenregion.“Wir begleiten die Arbeiter, die Eigner und den Insolvenzverwalter beim Ringen um den Erhalt der Werft, erleben deren Auf und Ab zwischen Ohnmacht, Wut, Trauer und Hoffnung. 18 Monate Drehzeit, 120 Stunden Material, in denen die persönlichen Erschütterungen einer für viele abstrakt gebliebenen Krise erlebbar werden. Die Wadan-Werft geht unter und wird mit neuem Besitzer und Namen wieder aufgemacht. Einige unserer Protagonisten kommen zurück in ihren Betrieb, allerdings zu deutlich schlechteren Bedingungen. Wir waren bei der letzten Schicht vor der Insolvenz dabei und bei der ersten nach dem Neubeginn.“ (D. Schumann)Der Film geht dem nach, was diese Krise hinterlässt. Der Verlust trifft das Wertgefüge, teilt Menschen in scheinbar Überlegene und Verlierer, in Menschen mit Arbeit und in Menschen ohne Arbeit. „Alles ist anders“, sagt einer von ihnen und meint das Gefühl in seiner Brust.© gebrüder beetz filmproduktion

Revision

Ein Dokumentarfilm wird zur filmischen REVISION. Er rekonstruiert die Umstände, die 1992 zum Tod zweier Männer auf einem Feld nahe der deutsch-polnischen Grenze führten. Mit zunehmend beklemmender Dichte webt Scheffner ein Netz aus Landschaft und Erinnerung, Zeugenaussagen, Akten und Ermittlungen.Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die EU-Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Diese geben an, die Menschen mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Vier Jahre später beginnt der Prozess. Welcher der Jäger den tödlichen Schuss abgegeben hat, lässt sich nie beweisen. Das Urteil: Freispruch. dpa meldet: „Aus Rumänien ist niemand zur Urteilsverkündung angereist.“In den Akten stehen die Namen und Adressen von Grigore Velcu und Eudache Calderar. Ihre Familien wussten nicht, dass jemals ein Prozess stattgefunden hat.Mit REVISION wird ein juristisch abgeschlossener Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen, die Orte, Personen und Erinnerungen miteinander verknüpft und ein fragiles Geflecht aus Versionen und Perspektiven einer „europäischen Geschichte“ ergibt.

Tanz des Lebens

Eine Gruppe von ca. 200 Senioren trifft sich regelmäßig an Nachmittagen zum Tanz. Was sich unkompliziert anhört, fällt vielen anderen schwer. Der fehlende Mut, sich allein unter fremde Menschen zu begeben, hindert viele Ältere daran, Kontakt zu neuen Leuten zu finden.

Der große Irrtum

Ein Kameramann stößt bei der Suche nach einem neuen Filmprojekt auf eine eigenartige Sichtweise:Auf den „Marktwert des Menschen“. Neugierig folgt er dem Dilemma von drei Frauen, deren„Marktwert“ gering ist. Sowie zwei Politikern, die durch die bürokratischen Mühlen hindurch nachpragmatischen Lösungen suchen. Der Kameramann glaubt hierin eine Vision zu entdecken, welchedie Gesellschaft verändern könnte. Doch längst ist aus ihm selbst ein Betroffener geworden, dereinem großen Lebensirrtum auf die Spur kommt… Ein filmischer Reisebrief durch fünf JahreDeutschland, gerichtet an die eigenen Kinder, wenn sie erwachsen sind.

Vaterlandsverräter

Der größte Feind im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Diesen Spruch seiner Mutter hatte der Schriftsteller Paul Gratzik, aus einfachen Verhältnissen in den 1970ern zu einem gefeierten Vertreter der DDR-Literaturszene emporgestiegen, immer im Ohr. Trotzdem war er 20 Jahre lang Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes, schrieb Berichte über Freunde und Förderer wie Heiner Müller, Steffie Spira und Ernstgeorg Hering. Anfang der 1980er stieg Gratzik aus, enttarnte sich selbst und wurde seinerseits zum Objekt der Stasi-Beobachtung. VATERLANDSVERRÄTER ist das filmische Porträt eines vom Kommunismus überzeugten Mannes „mit lautem Wesen“, dessen Leben ein Zickzack zwischen den Extremen war. Eine Geschichte, wie sie so, mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR, noch nicht erzählt worden ist.

Kleines Stück vom Schicksal

Dokumentation über Alt-Meteln, ein Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Nicht alle Projekte laufen so gut wie das Pianohaus von Matthias Kunze. Auf dem Grundstück des ehemaligen Ostberliner Theatermachers Lutz Turczynski soll ein Bauernhof-Projekt für straffällige Jugendliche entstehen, an dessen tatsächliche Verwirklichung aber niemand so recht glaubt.

Die verbotene Halbinsel Wustrow

Seit mehreren Jahrzehnten ist die ehemals besiedelte und bewirtschaftete Halbinsel in der Wismar-Bucht komplett abgeschottet. Von der Ostsee im Westen, dem Salzhaff im Osten und einem streng bewachten Eingangstor an der schmalen Zufahrt. „Betreten verboten“ steht am Tor, „Lebensgefahr“.

Mecklenburg- so fern – so nah

Der Sohn des Autors verlässt Mecklenburg, um im Ausland zu studieren.Er ist froh, das – in seinen Augen – verschlafene Land zu verlassen.In E-Mails aus London und Amsterdam schildert er seine Begegnungenmit jungen Leuten aus aller Welt und seine Erfahrungen mit der Suchenach einem Job. Unterdessen ist der Vater mit Kamera und Mikrofonin der Heimat auf der Suche nach seinen Wurzeln in Mecklenburg. InBegegnungen mit seinen Mecklenburger Nachbarn werden Lebenschancenund Konflikte in einem Land offenbart, das sich im Umbruchbefindet. Ein sehr persönlicher Film über Mecklenburg, vom Fortgehenund Wiederkehren – eine Liebeserklärung an ein Land, das immernoch durch seine Ursprünglichkeit und Weite fasziniert. (Filminfo der Basthorster Filmmanufaktur, Dieter Schumann)

LAND

In langen, elegischen Einstellungen und mit einem sogartigen Soundtrack reduziert der Dokumentarfilmer Timo Großpietsch den ländlichen Raum auf seine reine Funktionalität und entführt die Zuschauer an außergewöhnliche, unbekannte Orte fern von jeder Landlustromantik. Nahezu menschenleere Gewächshäuser, geheimnisvolle Brutschränke und Maschinen, die wie von
Geisterhand arbeiten, zeigen den Takt der Wachstumsgesellschaft. Für diese spannende filmische Dekonstruktion hat der berühmte Jazzpianist der NDR-Bigband, Vladyslav Sendecki, einen außergewöhnlichen Soundtrack komponiert und eingespielt.
Die verstörende Schönheit der filmischen Sequenzen und die kontrastierende Arbeit der Filmmusik gehen bewusst an die Schmerzgrenze der Wahrnehmung und zeigen, was den ländlichen Raum heute ausmacht. LAND wirkt wie ein dokumentarischer
Science-Fiction-Film, der zum Nachdenken anregt.

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