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Dokumentarfilm

OSTPOLITIKERINNEN

Der Dokumentarfilm begleitet sechs „Ostpolitikerinnen” unterschiedlicher Parteien und untersucht, wie sich die Erfahrung gesellschaftlicher Umbrüche auf ihre politische Arbeit auswirkt.

VOM KELTERN-DAS LEBEN DER HELGA SCHUBERT

“Das Leben der Helga Schubert (AT)” soll ein filmisches Portrait der Psychologin und Schriftstellerin Helga Schubert und ihres Werkes werden. Schon zu DDR-Zeiten war sie in ihren beiden Berufen hoch anerkannt, aber auch streitbar, beargwöhnt und überwacht. Als Meisterin der sogenannten kleinen Form, der Erzählung, gewann sie 2020, mittlerweile achtzigjährig, mit dem Bachmannpreis in Klagenfurt eine der höchsten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur.
Helga Schubert, geboren 1940 ist die Tochter einer Volkswirtin, die als Bibliothekarin tätig war, und eines Gerichtsassessors, der 1941 als Soldat im Zweiten Weltkrieg fiel. Vaterlos wuchs sie bei der strengen Mutter, die eigentlich einen Jungen wollte, in Ost-Berlin auf.
Im Jahr 1957 legte sie ihre Abiturprüfung als Klassenbeste ab und arbeitete anschließend ein Jahr lang in einem Berliner Industriebetrieb am Band. Von 1958 bis 1963 studierte sie Psychologie an der Humboldt-Universität, war mit dem acht Jahre älteren Maler und Grafiker Rolf Schubert verheiratet, bekam 1960 einen Sohn und schloss als Diplom-Psychologin ab.
Sie arbeitete von 1963 bis 1977 im Hauptberuf als klinische Psychologin und von 1977 bis 1987 nebenberuflich in einer Eheberatungsstelle. In diesem Umfeld lernt sie ihren 13 Jahre älteren Lebensgefährten und heutigen Mann, den Psychologieprofessor Johannes Helm, kennen.
Helga Schubert wurde 1975 Kandidatin des Schriftstellerverbandes der DDR und dann freiberufliche Schriftstellerin. In ihren Texten griff sie alltägliche Geschichten auf, die sie von Freunden und Bekannten gehört hatte. Häufig sind Frauen im mittleren Alter, darunter auch sie selbst, ihre Protagonisten. Sie schreibt über ganz normale Menschen. Menschen, die manchmal einfach nicht mehr weiterwissen.
Schnell wird sie bekannt und hat einen guten Ruf, aber ebenso schnell befindet sie sich im Visier der Staatsmacht. In den Wendezeiten ist sie aktiv in der Politik engagiert.
Heute lebt sie mit ihrem Mann im tiefsten Mecklenburg, wo sie diesen pflegt und weiterhin schreibt.
Im Film wird Helga Schubert begleitet. Es sollen die wichtigsten Lebensabschnitte und deren Zäsuren vorgestellt werden. Auch einige ihrer wichtigsten und schönsten Geschichten werden präsentiert.

WIE RUSSISCH IST DER OSTEN?

Der Mordversuch an Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat eine Diskussion neu entfacht: Wie sollen wir umgehen mit Putins Russland? Wie sollen wir uns verhalten gegenüber einem zunehmend aggressiv agierenden Nachbarn im Osten? Soll die Ostseepipeline Nord-Stream 2 zu Ende gebaut werden? Während sich viele Bundespolitiker für eine härtere Gangart gegenüber Russland stark machen, plädieren führende ostdeutsche Politiker in parteiübergreifender Einheit für Nachsicht: Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, attackiert die USA für ihre „erpresserischen Sanktionsdrohungen“ und verbindet dies mit einem Seitenhieb: Der Fall Nawalny dürfe nicht von jenen ausgenutzt werden, die schon immer gegen Nord-Stream 2 gewesen seien. Von der Vergangenheit schlägt der Film einen Bogen in die Gegenwart. Immer wieder zeigt sich: Die persönlichen Erlebnisse bestimmen die politische Haltung der Ostdeutschen gegenüber Russland – oftmals bis heute.

GEHEN UND BLEIBEN

Menschen in den Ostseeregionen Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins erzählen vom Gehen und Bleiben, vom Ausharren an den Orten der Herkunft und von ihren Motiven Fortzuziehen in fremde Gegenden und Landschaften. Vergangenheit und Gegenwart werden motivisch in Beziehung gesetzt zu literarischen Texten des Schriftstellers Uwe Johnson.

SOLDATEN

“Soldaten” erzählt die Geschichte von Jeremy, Alexis und Jerell, die sich mit Anfang 20 in der Panzergrenadier-Kompanie in Hagenow, Mecklenburg-Vorpommern, zum Dienst verpflichten. Geprägt von einer teilweise schwierigen Jugend, suchen sie jetzt Anerkennung, Zugehörigkeit und eine Perspektive. Ihr neuer Beruf birgt aber auch gewaltige Risiken: Als erfahrene Kampfeinheit spielen die Soldatinnen und Soldaten aus Hagenow im Afghanistan-Konflikt und anderen Krisengebieten eine relevante Rolle.

FÜR NICHTS UND WIEDER NICHTS

 Sie gerieten in jungen Jahren in die Mühlen der DDR-Justiz: Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric porträtieren drei Ex-Häftlinge, bei denen die Gefängniserfahrung lebenslange Spuren hinterlassen hat. Das Zuchthaus Bützow war berüchtigt. Es galt als überfüllt und heruntergekommen. Hier saßen Siegfried, Bruno und Klaus mehrere Jahre, eingepfercht in Einmannzellen. Zermürbt von endlosen Verhören und Gewalt hatten sie alles gestanden, was ihnen vorgeworfen wurde: Spionagetätigkeit, staatsgefährdende Hetze, Gefährdung der Verteidigungsbereitschaft der DDR. Viel Zeit ist seither vergangen, doch kein Tag, an dem sie nicht an damals dachten.

HOHE KUNST AUF´S PLATTE LAND-DIE KUNSTHALLE ROSTOCK

Im Jahr 2019 feierte die Kunsthalle Rostock, einziger Kunstmuseumsneubau der DDR, ihren 50. Geburtstag. Ein Anlass, um einerseits Resümee zu ziehen und andererseits höchste Zeit, um die letzten Zeitzeugen der Anfangsjahre zu befragen. Denn der auf den ersten Blick unspektakuläre Bau hat es in sich. Die Kunsthalle Rostock steht zum einen exemplarisch für die Kunst- und Kulturpolitik der DDR, zum anderen für die Veränderungen der Wendezeit (u.a. den deutsch-deutschen Bilderstreit). Sie hat bemerkenswerte Alleinstellungsmerkmale aufzuweisen: Die hier stattfindenden Ostseebiennalen waren die einzigen Ausstellungen in der DDR, die regelmäßig zeitgenössische Strömungen der bildenden Kunst Nordeuropas präsentierten, in denen man neben Werken des „sozialistischen Realismus“ verpönte abstrakte Kunst begutachten konnte. Anhand der umfangreichen und qualitätsvollen Sammlung lässt sich ihre Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes bildlich nachvollziehen.

LAND

In langen, elegischen Einstellungen und mit einem sogartigen Soundtrack reduziert der Dokumentarfilmer Timo Großpietsch den ländlichen Raum auf seine reine Funktionalität und entführt die Zuschauer an außergewöhnliche, unbekannte Orte fern von jeder Landlustromantik. Nahezu menschenleere Gewächshäuser, geheimnisvolle Brutschränke und Maschinen, die wie von
Geisterhand arbeiten, zeigen den Takt der Wachstumsgesellschaft. Für diese spannende filmische Dekonstruktion hat der berühmte Jazzpianist der NDR-Bigband, Vladyslav Sendecki, einen außergewöhnlichen Soundtrack komponiert und eingespielt.
Die verstörende Schönheit der filmischen Sequenzen und die kontrastierende Arbeit der Filmmusik gehen bewusst an die Schmerzgrenze der Wahrnehmung und zeigen, was den ländlichen Raum heute ausmacht. LAND wirkt wie ein dokumentarischer
Science-Fiction-Film, der zum Nachdenken anregt.

WIR BAUEN ZUKUNFT

Eine Gruppe von zwanzig überwiegend jungen Leuten tut sich zusammen, um die Welt zu verändern. Um zu demonstrieren, das es auch anders geht. Sie gründen eine Genossenschaft und kaufen ein Grundstück in Mecklenburg . Hier soll ein Projektpark entstehen – ein Park, in dem unter der Überschrift „ Wie können wir zukunftsfähig gut leben ? “ experimentiert werden darf.
Der Film erzählt aus der Perspektive des selbst betroffenen Filmemachers, wie es dazu kam und davon , wie die ersten Projekte Gestalt annehmen. Es geht um experimentelles Bauen, um neue Formen des Zusammenlebens, um landwirtschaftliche Alternativen. Der Film erzählt aber auch von den Schwierigkeiten, die verschiedenen Ideen und Lebensentwürfe unter einen Hut zu bringen und sie zu finanzieren.
Vor allem aber ist „WIR BAUEN ZUKUNFT“ ein Film, der Mut machen soll, Mut zu einer radikaleren Veränderung, die unumgänglich sein wird, wenn wir den Klimaschutz und andere gesellschaftliche Herausforderungen ernst nehmen.

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